18.11.2021

Für Eickhoff ist sie die Heldin

Autor / Quelle: Marco Ojemann

Susanne Müller veranstaltet gekonnt den kurzweiligen Festkommers des Fußballkreises Heidekreis zum 75- jährigen Jubiläum.

„Susanne Müller ist meine Heldin.“ Diese Worte vom am Sonnabend aus dem Amt geschiedenen Vorsitzenden des Fußballkreises, Heinrich Eickhoff, hätten stärker nicht sein können. Der Festkommers anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Fußballkreises Heidekreis war auch eine Würdigung der Verdienste des 73-jährigen Eickhoffs. Und ihre Finger im Spiel hatte tatkräftig die Walsroderin Müller.   

Für den Festausschuss „75-jähriges Jubiläum NFV Heidekreis“ war die dreifache Mutter prädestiniert. Sie gehörte von 2010 bis 2020 zum Organisationsteam der Sportgala Walsrode an, half auch visuell bei der 100-Jahr-Feier von Germania mit. Zusammen mit Siegfried Panske, Thomas Riese, Karl-Ernst Bockelmann, Thomas Heinke und Roland Bahr hat sie überdies eine dicke, sehr lesenswerte Chronik erstellt. Das 300-Seiten-Werk wurde auf dem Kommers vorgestellt.  

2016 holte Eickhoff Müller ins Boot des Fußballkreises, als ehrenamtliche Mitarbeiterin war und ist sie im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit tätig, seit September 2019 war sie auch kommissarische Schatzmeisterin. Als Stellvertreterin des neuen Schatzmeisters Tim Nikelski macht sie auch in diesem Bereich weiter. 

Größere Veranstaltungen stehen aber erst einmal nicht mehr an. Das sei auch gut so. „Ich werde ja auch nicht jünger“, lacht die 53-Jährige. Sie werde sich nun wieder vermehrt auf ihre Familie konzentrieren, die ihr immer den Rücken freigehalten hat. Der Sport habe die Müllers immer begleitet. Ihre Jungs Marcel (18 Jahre) und Erik (15) beispielsweise spielen Fußball beim TV Jahn Schneverdingen. Sie selbst spielt Tennis, läuft Ski, hat auch schon die Skifreizeiten des MTV Soltau als Skilehrerin begleitet. Über den Sport hat sie auch ihren Mann Andreas Müller kennengelernt. 

Ungewissheit sorgt für zusätzlichen Stress 

Susanne Müller investierte zusammen mit dem Festausschuss seit 2018 viel Zeit, den Kommers zu organisieren. Ab März 2020 kam die Corona-Ungewissheit hinzu, ob und wann das Jubiläumsfest überhaupt stattfinden kann. Ein Jubiläumsball wurde abgesagt. „Wenn wir in der Region Hannover gewesen wären, hätten wir den bereits verschobenen Kommers auch nochmal absagen müssen“, sagt sie mit Blick auf unterschiedliche Corona-Regelungen. Nun sei sie stolz, wie alles gelaufen ist. „Die Rückmeldungen waren sehr positiv.“ 

Lebhaft war beispielsweise die Podiumsdiskussion mit Willi Lemke, ehemaliger Manager des SV Werder Bremen, und NFV-Präsident Günter Distelrath zum Thema „Wo steht der Amateurfußball“. Moderiert wurde das und der ganze Kommers von NDR-Mann Torben Pöhls. Kurzweilig war der Auftritt des 28-jährigen Ballartisten Florian Halimi aus Hamburg, der 2015 sein Können auch im Rahmen einer Halbzeitshow beim Champions-League-Finale unter Beweis gestellt hatte. Besonders freute sich Müller über den Auftritt der Big Band „Sound Twisters“ des Gymnasiums Walsrode. Nicht nur, weil Sohn Marcel als Trompeter dabei war, sondern weil es für die Band der erste öffentliche Auftritt nach zwei Jahren Corona-Pause war. Ballartist Halimi stellte eine Symbiose zwischen ihm und der Musik her, er performte auch zeitweise, während die Band spielte. 

Eickhoff muss sich nicht einmischen 

Zurecht erhielt Müller von Eickhoff und dem stellvertretenden Vorsitzenden Steffen Flick für die Organisation des Kommers‘ und auch für ihre Mitarbeit beim 19. ordentlichen Kreistag, der im Anschluss folgte, einen Blumenstrauß überreicht. „Immer, wenn ich mich einmischen wollte bei der Organisation, hat Susanne mir mitgeteilt, dass schon alles geregelt sei“, sagte Eickhoff. 

Dabei geriet das Projekt Festkommers im April dieses Jahres ins Wanken. Müller hatte sich einen doppelten Bandscheibenvorfall zugezogen. „Ich habe darüber nachgedacht, nicht weiterzumachen.“ Sie musste sich sechs Wochen lang schonen, durfte sich nicht bewegen. Anschließend kam die Lust wieder zurück, weiter anzupacken. Ein Glücksfall für den Fußballkreis.

Selbst die Reden seien im Rahmen gewesen, lediglich 25 Minuten hatte Müller für fünf Rednerinnen und Redner eingeplant. Nur Distelrath überzog, er benötigte die doppelte Zeit. „Wir waren insgesamt zehn Minuten in Verzug“, freute sich Müller über einen strukturierten Ablauf. Zu Wort kam auch Harald Bäßmann, Vorsitzender des SV GW Hodenhagen. Der Klub hatte seinen Anteil an der Organisation des Festkommers und wird einiges für seine Feierlichkeiten übernehmen können. Denn der SVH feiert am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen an gleicher Stätte in der Aller-Meiße-Halle. Müller wird im Publikum dabei sein. 

Derweil freut sich Müller über die Zusammenarbeit mit dem neuen Kreis-Vorsitzenden Daniel Wächtler, der unfassbar gut vorbereitet in den Kreistag gegangen ist. „Er macht das gut, ist super vernetzt“, lobt sie. Eben genau wie Müller. Das könnte passen. 

 

Fußball-Freestyler Florian Halimi demonstrierte eindrucksvoll sein Können mit dem Ball.

Endlich wieder ein öffentlicher Auftritt: Die Big Band des Walsroder Gymnasiums „Sound Twisters“.

Unterhielten sich über den Amateurfußball (von links): Willi Lemke, Torben Pöhls und Günter Diestelrath.

Weitere Bilder von der gesamten Veranstaltung sind in unserer Galerie zu finden.

Fotos: Andreas Müller

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